Schwimmverband und DLRG
 
 
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Zusammenfassung der Evaluationsergebnisse der Landesaktion QuietschFidel – Schwimmen lernen in NRW

Fertigstellung der Zusammenfassung im Rahmen des Projekts "QuietschFidel - Schwimmen lernen in NRW" - Die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der fünf Standorte können Sie im Folgenden lesen.

Evaluations-Team:
Prof. Dr. Theodor Stemper (Bergische Universität Wuppertal),
Dipl. Päd. Britta Kroll (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

Beweggründe und Ziele

Schätzungen zufolge können ein Drittel der Schülerinnen und Schüler bis zu einem Alter von 14 Jahren in Deutschland nicht oder nicht sicher schwimmen.

In einer Vielzahl der in NRW geförderten Initiativen und Schwimm-Lern-Angebote der letzten Jahre zeigte sich, dass besonders erfolgreiche und nachhaltige Projekte Netzwerkstrukturen auf kommunaler Ebene nutzten, um sowohl die Angebots- als auch die Raumsituation wesentlich zu verbessern.

In der Landesinitiative QuietschFidel wurden diese Erfahrungen aufgegriffen und an fünf Projektstandorten modellhaft umgesetzt, um die "aktuelle Situation bezüglich der defizitären Schwimmfähigkeit der Kinder in Nordrhein-Westfalen zu verbessern" (vgl. Projektskizze QuietschFidel 2011-2014). Bei der Auswahl der Standorte wurde vor allem darauf geachtet, dass sie die heterogene Landschaft in NRW widerspiegeln. Es wurden Projektstandorte ausgewählt, jeweils einer pro Regierungsbezirk, die modellhaft die unterschiedlichen Standortbedingungen in NRW abbilden:

  • Werdohl (Arnsberg)

  • Minden-Lübbecke (Detmold)

  • Hilden (Düsseldorf)

  • Aachen (Köln)

  • Gelsenkirchen (Münster)

Der kreative Umgang aller Beteiligten mit den strukturell unterschiedlichen Gegebenheiten in den Standorten, hat zu einem breiten Maßnahmenspektrum und vielen nachahmenswerten Lösungsansätzen geführt, so dass das Hauptziel, die Schwimm-Lern-Situation vor Ort zu verbessern, von allen erreicht wurde.

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse

I. Angebot der Wassergewöhnungs- und Schwimm-Lern-Kurse im Förderzeitraum

II. Erreichen der Programmziele

Die Mehrzahl der Ziele wurde erfolgreich umgesetzt (z. B. Analyse Wasserflächenmanagement und Analyse Schwimm-Lern-Situation). Das Hauptziel, die Verbesserung der Schwimm-Lern-Situation, wurde von allen fast vollständig erreicht, ebenso wie die Durchführung gemeinsamer Fort- und Weiterbildungen.

III. Nachhaltigkeit

Die verbesserte Schwimm-Lern-Situation, die Kooperationen in Bereich Schule und Kitas und die gemeinsamen Fort- und Weiterbildungen auf kommunaler Ebene wurden von den Beteiligten als nachhaltig stabil eingeschätzt.

Projektziele

Unter Berücksichtigung der standortspezifischen Ziele der fünf teilnehmenden Kreise und Kommunen, wurden für alle Modellprojekte folgende globale Zielsetzungen formuliert:

  • Erstellung einer Standortanalyse zur Schwimm-Lern-Situation vor Ort inklusive einer Analyse des Wasserflächenmanagements.

  • Durch die Umsetzung soll sich die Schwimm-Lern-Situation vor Ort und das Wasserflächenmanagement im Vergleich zur Standortanalyse strukturell und nachhaltig verbessern. 

  • Im Rahmen des Projektes soll eine Vernetzung der kommunalen Akteure erfolgen. Angestrebt wird eine feste Einrichtung des Arbeitskreises, z. B. als Fachschaft "Schwimmen Lernen" oder Einrichtung einer Koordinierungsstelle "Schwimmen Lernen". An dem Arbeitskreis beteiligt werden sollen alle Handlungspartner der Landesinitiative QuietschFidel, die in der betreffenden Kommune vertreten sind, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Badbetreiber, Kommunen (z. B.: Sportamt) und Schulen.

  • Die Vernetzung und Anzahl der Kooperationen zwischen Schwimmvereinen und Schulen, v. a. im Bereich der Ganztagsschule sowie zwischen Vereinen und Kindertageseinrichtungen wird ausgebaut.

  • Für den Bereich "Schwimmen Lernen" wird ein kommunaler Assistentenpool aus qualifizierten Lehrkräften (Übungsleitungen, Trainerinnen und Trainer, Sportstudierenden, ...) aufgebaut, auf den sowohl die Vereine als auch die Schulen und Kindertageseinrichtungen zugreifen können. Die Assistierenden dienen zur Unterstützung der Angebote "Schwimmen Lernen". 

  • Für die Lehrkräfte aus den Vereinen, Schulen und Kindertageseinrichtungen werden gemeinsame Fort- und Weiterbildungen auf kommunaler Ebene angeboten. 

  • Für jeden Projektstandort wird auf Grundlage einheitlicher Qualitätsstandards eine kommunale Konzeption "Schwimmen Lernen" entwickelt, die sowohl in den Vereinen und Schulen umgesetzt wird.

Ausgewählte Maßnahmen

  • Wassergewöhnungskurse für NichtschwimmerInnen im Vorschul- und Grundschulalter: Je nach Ausrichtung wurden diese gemeinsam mit Eltern, ErzieherInnen oder LehrerInnen durchgeführt. Bestehende Ängste und Barrieren der Kinder (und Eltern) sollen abgebaut und die Kinder spielerisch an das Element Wasser herangeführt werden, um den Einstieg in Schwimmlern-Kurse in der Schule und im außerschulischen Bereich vorzubereiten. Rund 900 Kinder haben im Förderzeitraum an diesen vorbereitenden Wassergewöhnungskursen teilgenommen.

  • Kurse zur Erlangung/Verbesserung der Schwimmfähigkeit: Die Kurse richteten sich in erster Linie an Kinder im Grundschulalter oder an Kinder weiterführender Schulen bis 14 Jahre. Rund 620 Kinder haben an den Kursen zur Erlangung/Verbesserung der Schwimmfähigkeit im Förderzeitraum teilgenommen.

  • Qualifizierung: Qualifizierungsmaßnahmen für ErzieherInnen, pädagogisches Personal in Kitas oder aus dem Bereich Ganztag, LehrerInnen, ÜbungsleiterInnen und Eltern. Von der Ausbildung zur Rettungsfähigkeit bis hin zur einfachen Sensibilisierung für das Thema Wasser wurden unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte gesetzt. Die Qualifizierten wirken vor Ort als Multiplikatoren, ohne die ein nachhaltiger Ausbau der Schwimmfähigkeit und eine Verbesserung der Schwimm-Lern-Situation nicht umsetzbar sind. Teilnehmerzahlen der Qualifizierungsmaßnahmen im Förderzeitraum: rund 430 TeilnehmerInnen

  • Intensive Öffentlichkeitsarbeit über Radiosender, Tageszeitungen und Zeitschriften, Teilnahme an Messen und Großveranstaltungen, sowie Erstellung von Informationsmaterial in Form von Flyern und Broschüren, die an Schulen, Kitas und anderen öffentliche Einrichtungen verteilt wurden.

  • Lokale Arbeitskreise und Kooperationen mit Partnern aus
    den Bereichen Sport, Politik und Bildung wurden eingerichtet, um die Nachhaltigkeit der Maßnahmen zu
    gewährleisten.

Fazit

Abschließend betrachtet, kann QuietschFidel an den fünf Modellstandorten als erfolgreich bezeichnet werden: Die Schwimm-Lern-Situation vor Ort hat sich verbessert und viele Initiativen sind auch perspektivisch gesichert, so dass durchgeführte Maßnahmen auch über den Förderzeitraum hinaus, verstetigt werden konnten.

Die Aufmerksamkeit auf das Thema Schwimmen-Können wurde über eine intensive Öffentlichkeitsarbeit erhöht und die Strukturen verbessert, um das Schwimmen-Lernen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nicht zuletzt ist das Engagement und die Vernetzung der kompetenten "Kümmerer" vor Ort hierbei als entscheidender Erfolgsfaktor zu nennen.