Schwimmverband und DLRG
 
 
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Welche Planungsschritte sind geeignet, um die Quote der schwimmfähigen Kinder zu erhöhen?

Um die Schwimm-Lern-Situation vor Ort zu verbessern, ist es wichtig, die Zahl der Schwimm-Lern-Möglichkeiten für die Kinder zu erhöhen. Das heißt, dass möglichst viele Kurse zur Schwimm- und Wassergewöhnung angeboten werden sollten.

Bereits bei der Planung dieser Angebote sollte auf ein abgestimmtes Umsetzungs-Konzept geachtet werden, damit für jede Zielgruppe ein passender Einstieg ermöglicht werden kann. Optimalerweise wird dabei das gesamte Spektrum von der Wassergewöhnung bis hin zur Wasser-/ bzw. Schwimmsicherheit bearbeitet.

Die Reihenfolge zum Erlernen der Kompetenzen im Wasser könnte damit wie folgt lauten:

  • Wassergewöhnung: Sicheres Bewegen im stehtiefen Wasser

  • Wasserbewältigung: Seepferdchen

  • Schwimmfähigkeit: Schwimmen-Können -> Bronze (Jugendschwimmabzeichen)

Beispiele aus Wissenschaft und Praxis

"Schwimmfähigkeit"

Zur Schwimmfähigkeit finden wir gegenwärtig in der Literatur/Wissenschaft keine einheitliche Definition.

Schwimmen kann in einem grundlegenden Sinne verstanden werden als „selbsterzeugte Fortbewegung im Wasser in Verbindung von Auftrieb und Antrieb“.

Demnach gilt grundlegend als „schwimmfähig“ derjenige, der

  • den Antrieb für das Fortbewegen erzeugen,

  • den bremsenden Widerstand des Wassers überwinden und gleichzeitig

  • den zum Atmen notwendigen Auftrieb sichern kann.

(vgl. Ungerechts, Volck & Freitag, 2012, S. 38).

Dennoch sind sich nahezu alle Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik, darüber einig, dass eine Person erst dann als „sicher schwimmfähig“ bezeichnet werden kann, wenn sie mindestens die Anforderungen des Deutschen Jugendschwimmabzeichens Bronze erfüllt hat.

(vgl. Deutsche Prüfungsordnung Schwimmen, Retten, Tauchen, 2002).

 

Möglichkeiten der Abfrage zur Schwimmfähigkeit

Kann Ihr Kind schwimmen?

  • Nichtschwimmer, es hat Angst vor Wasser

  • Nichtschwimmer, aber es hat keine Angst vor Wasser

  • Seepferdchen-Niveau, es kann 25 m am Stück schwimmen und 1 m tief tauchen

  • Bronze-Niveau, es kann 200 m am Stück schwimmen und 2 m tief tauchen

  • BronzePlus-Niveau, es kann mehr als 200 m und länger als 15 min am Stück schwimmen und kann 10 m weit tauchen

Von sicherer Schwimmfähigkeit kann man ab der 4. Stufe (Bronze-Niveau) sprechen. Ab der 2. Stufe ist ein Kind „wassergewöhnt“.

 

Auch eine Abfrage der Schwimmabzeichen kann Auskunft über das Niveau der Kinder geben.

Diese Angaben führen aber nicht zwangsläufig zu zuverlässigen Schwimmfähigkeits-Statistiken, da

(a.) nicht alle schwimmfähigen Kinder ein Schwimmabzeichen ablegen und
(b.) die Abzeichen nicht immer unter einheitlichen Qualitätskriterien abgelegt werden.

Welche/s Schwimmabzeichen hat Ihr Kind?

  • Kein Schwimmabzeichen

  • Seepferdchen

  • DJSA Bronze

  • DJSA Silber

  • DJSA Gold

  • Junior-Retter DLRG

Das bloße Angebot von Schwimm-Lern-Kursen wird die Zahl der Beteiligten allein aber nicht erhöhen. Daher sind Projekte in den Bereichen Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit ebenfalls wichtig. So wie auch der Aufbau eines Übungsleiterinnenpools und Übungsleiterpools, um sowohl den Bekanntheitsgrad als auch die Kontinuität der Angebote zu gewährleisten.

Anregungen

Für die Einrichtung von Maßnahmen zum Schwimmen-Lernen müssen die folgenden Fragen beantwortet werden:

  • Welche Ziele werden mit den Maßnahmen verfolgt?

  • Welche Bedarfe werden mit den Maßnahmen gedeckt?

  • Welche Defizite werden dadurch abgemildert?

  • Wer ist die Zielgruppe?

  • Wie können wir diese Zielgruppe erreichen?

  • Wie ist die Motivation der Beteiligten einzuschätzen?

  • Was sind die Bedürfnisse der Zielgruppe?

  • Welche Unterstützung brauchen wir?

  • Wo fangen wir an?

  • Welches Ergebnis streben wir an?

  • Welche Maßnahmen sind sinnvoll, um das angestrebte Resultat zu erreichen?

  • Wie können wir den Erfolg der Maßnahmen messen?

Die Suche nach geeigneten Maßnahmen sollte immer vom Ende her gedacht werden.

Welches Resultat soll am Ende stehen, was soll erreicht werden?

Je klarer und realistischer die Ziele formuliert und unter den Akteurinnen und Akteuren kommuniziert werden, desto wahrscheinlicher wird das Vorhaben den tatsächlichen Bedürfnissen gerecht.

Der gesamte Projektprozess von der Ideenfindung bis zum Projektabschluss lässt sich am besten in verschiedene Teilprozesse aufteilen.


Ausgehend von den anfallenden Aufgaben lassen sich grob vier Phasen des Projektmanagements unterscheiden.

Projektphasen

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