Jedes dritte Kind unter 14 Jahren kann nicht schwimmen. Und Badeunfälle stellen in dieser Altersgruppe die zweithäufigste Todesursache dar. Um diesen Missstand zu beenden, startete am Sonntag im Bochumer Nordwestbad eine neue landesweite Initiative unter dem Motto "Quietschfidel - ab jetzt für immer: Schwimmer!"
"Wer schwimmen kann, hilft sich selbst und kann auch andere retten," sagte NRW-Sportminister Ingo Wolf als Schirmherr bei der Auftaktveranstaltung. Es sei wichtig, schon als Kind schwimmen zu lernen: "Betreibt es als Sport und mit viel Spa§!"
Bochums Oberbürgermeisterin Ottille Scholz bedankte sich bei der DLRG, dass sie den Kindern das Schwimmen beibringt: "Die Zahlen, wie viele Kinder nicht oder schlecht schwimmen, sind sehr erschreckend." Und Annemarie Schraps, Präsidiumsmitglied des Landessportbundes, mahnte: "Schwimmen lernt man fürs Leben."
Inhalt von " Quietschfidel" sind Appelle an Eltern und Erzieher, die Kinder an das kühle Nass heranzuführen. Darüber hinaus soll durch ein flächendeckendes Angebot die Attraktivität des Schwimmsportes gesteigert werden. Auch Lehrerfortbildungen und ein Schulwettkampf sind geplant.
Wie auf Flüßen paddelten über hundert Kinder im großen Schwimmbecken des Hallenfreibades. Bei Wasserspielen und einer Rallye im kühlen Nass zeigte sich immerhin, dass zumindest die meisten dieser Akteure sich durchaus über Wasser halten können.
In einer gesonderten Broschüre werden den Bädern Anregungen für Aktionen vermittelt. Damit der Spaß bei diesem ernsten Thema nicht zu kurz kommt, sind auch Wasserspiele beschrieben wie etwa Seeschlange spielen, Delfinhüpfen, Tunneltauchen durch die Beine der Mitschwimmer. Davon bekamen die Besucher des Nordwestbades am Sonntag eine Kostprobe: Die DLRG war den ganz Tag in ihrem Element. Mit Spaß im kühlen Nass.
Quelle: WAZ Bochum 12.03.2007